Angel / Un Ange Louise Labé, Quatrième Sonnet
Sonnets, Élégies, Épitres...
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français
allemand (1)

Depuis qu'Amour cruel empoisonna
Premièrement de son feu ma poitrine,
Toujours brûlai de sa fureur divine,
Qui un seul jour mon coeur n'abandonna.

Quelque travail, dont assez me donna,
Quelque menace et prochaine ruine,
Quelque penser de mort qui tout termine, 
De rien mon coeur ardent ne s'étonna.

Tant plus qu'Amour nous vient fort assaillir,
Plus il nous fait nos forces recueillir,
Et toujours frais en ses combats fait être ;

Mais ce n'est pas qu'en rien nous favorise,
Cil qui des Dieux et des hommes méprise,

Mais pour plus fort contre les forts paraître.

Seitdem boese Liebe vergiftete
Erstens durch ihr Feuer meine Brust
Gluehte stets ihre goettlich Wucht,
Welche niemals mein Herz verliess.

Keine Muehe, welche genug mir zukam,
Keine Drohung und anstehende Armut,
Kein Gedanke an den alles endenden Tod:
Nichts konnte mein gluehendes Herz verwundern.

So sehr uns Liebe angreift,
So sehr sammelt sie unsere Kraefte,
Und immer uns erfrischt zum Kampfe;

Dennoch ist uns jener kein Vorteil,
Der die Goetter und Maenner verschmaehet,

Wohl aber der staerker wider die Starken erscheinet.



Traduction de Patrick Farges
allemand (2)
...

Seitdem der Gott zuerst das ungeheuer
glühende Gift in meine Brust mir sandte,
verging kein Tag, da ich davon nicht brannte
und dastand, innen voll von seinem Feuer

Ob er mit Drohungen nach mir gahascht,
mir Mühsal auflud, mehr als nötig, oder
mir zeigte, wie es endet : Tot und Moder -,
mein Herz in Glut war niemals überrascht.

Je mehr der Gott uns zusetzt, desto mehr
sind unsre Kräfte unser. Wir verdingen
nach jedem Kampf uns besser als vorher.

Der uns und Götter übermag, ist denen
Geprüften nicht ganz schlecht: esr will sie zwingen,

sich an den Starken stärker aufzulehnen.



Traduction de Rainer-Maria Rilke


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