Angel / Un Ange Louise Labé, Neuvième Sonnet
Sonnets, Élégies, Épitres...
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français
allemand (1)

Tout aussitôt que je commence à prendre
Dans le mol lit le repos désiré,
Mon triste esprit, hors de moi retiré,
S'en va vers toi incontinent se rendre.

Lors m'est avis que dedans mon sein tendre
Je tiens le bien où j'ai tant aspiré,
Et pour lequel j'ai si haut soupiré
Que de sanglots ai souvent cuidé fendre.

Ô doux sommeil, ô nuit à moi heureuse !
Plaisant repos plein de tanquillité,
Continuez toutes les nuits mon songe ;

ET si jamais ma pauvre âme amoureuse
Ne doit avoir de bien en vérité,

Faites au moins qu'elle en ait en mensonge.  

Gleich wenn ich endlich abends so weit bin,

daß ich im weichen Bett des Ruhns beginne,

zieht sich der arme Antrieb meiner Sinne

aus mir zurück und mündet zu dir hin.



Dann glaub ich an die Zartheit meiner Brüste

das, was ich ganz begehre, anzuhalten,

und s o begehre, daß mir ist, als müßte

mein Schrein danach, wo es entsteht, mich spalten.



O Schlaf, der nachgibt, Nacht für mich gemeinte,

innige Stillung, glückliche Genüge,

halt vor für aller meiner Nächte Traum.



Ist für das immer wieder mir Verneinte

in dieser vollen Wirklichkeit nicht Raum,

so laß es mir gehören in der Lüge.



Traduction de Rainer-Maria Rilke

Die Vierundzwanzig Sonette der Louïze Labé. Lyoneserin. 1555

(Insel-Bücherei Nr. 222)

Source http://www.fulgura.de
allemand (2)
néerlandais

So wie ich anschick', mich zu strecken,

Im weichen Bette Ruh zu suchen,

Wendet zu dir sich, der die Einsamkeit versuchen

Wollt', der traur'ge Sinn, will unruhig dich wecken.



Dann ist mir klar, daß in dem schwachen Busen mein

Das köstliche ich halte, das ich so begehre,

Für das in heißem Schmerz ich mich verzehre;

Tränen zermürben mich wie Tropfen einen Stein.



O süßer Schlaf, ersehnte Nacht,

o sanftes Ruhen in der Stille,

Versagt mir nicht die Gunst zu träumen:



Und wenn in meiner Seele Sehnsucht ist entfacht,

Und Labung ihr verwehrt, so mag dein weicher Wille

Spenden ihr Lug und Trug zum Überschäumen.



Traduction de Marcel B. Schmitt

(Yin Verlag, München 1951)



Source :http://www.fulgura.de

Zodra ik in mijn zacht bed kan beginnen 
De rust te smaken waarnaar ik verzucht, 
Neemt mijn bedroefde geest uit mij de vlucht 
En vliegt naar jou zonder zich te bezinnen.

Dan blijft het of ik innig hier vanbinnen 
De lust voel waar ik zo naar heb gezucht 
En waar ik zo mijn hart voor heb gelucht 
Dat mijn gesnik me vaak scheen te ontzinnen.

O zoete slaap, o gelukzalige nacht! 
Verrukkelijke rust vol vredigheid, 
Laat elke nacht hetzelfde droombeeld komen,

En als mijn ziel die zo naar liefde smacht 
Nooit lust mag vinden in werkelijkheid, 
Verleen haar die tenminste in haar dromen.



Traduit par Paul Claes

Texte provenant de De Brakke Hond
Ecole normale supérieure